Eisberg – Eckpfeiler der Reiteralm

Samstag! Das Wetter soll eher schlecht sein. Um sechs läutet der Wecker, und es strahlt uns ein tiefblauer Himmel an, die Sonne streicht gerade über die Gipfel.  Gottseidank waren wir vor dem Schlafengehen skeptisch, draußen blitzten plötzlich die Sterne am Nachthimmel – vielleicht lag ja die Wettervorhersage mal wieder daneben?
Also: Frühstücken, alles zusammen packen und los. Es fällt uns der Eisberg ein, dort waren wir seit vielen Jahren nicht mehr – zuletzt, als unsere Jessy noch ganz klein war – und das ist lange her …
Bei zauberhaftem Wetter starten wir am Fernsebnerlehen, steigen den Antonigraben hinauf bis an die abweisenden Felswände. Nehmen dort den rechten Pfad, entlang den Felsen und dann hinauf zur Wegteilung. Wir wählen die rechte Pfadspur, die geradewegs ausgesetzt in den steilen Hang führt. Hier waren wir vor Jahren mal mit Jessy umgekeht, weil uns das Ganze doch zu gefährlich für den kleinen Hund erschien. Das bestätigte sich heute auch!
Sehr ausgesetzt, aber gut gesichert geht es auf einem schmalen Band durch die abschüssige Fernsebner Platte hinauf zum Eisbergsattel, am Schluss in einer steilen Rinne.
Weiter, immer ziemlich geradeaus, zwischen Latschen, über kleine Wiesen, auf den gerade erst die Soldanellen blühen – und dann stehen wir plötzlich auf dem steil abfallenden Kamm.
Brotzeit, auch eine Dohle kommt und leistet uns Gesellschaft, wird auch mit ein paar Rosinen bedacht. Das Wetter wird nun doch schlechter, wir verzichten auf die Überschreitung und den Abstieg zur verf. Eisbergalm, gehen rasch den gleichen Weg zurück, entscheiden uns dann für einen Abstieg übers »Leiterl«. Überall blühen Aurikel, die »Gamsbleamal«, strahlend gelb leuchten sie aus den Felsen. Dazwischen immer mal wieder ein tief dunkelblauer stängelloser Enzian.
Hübsch geht der Steig abwärts, viele neue Versicherungen sind angebracht worden, fast sind beide Steige jetzt Klettersteige. Nach der namengebenden Leiter steigen wir auf dem uns noch unebkannten, rot markierten Pfad ab, der direkt zum Parkplatz hinunter leitet. Nach dem Queren einer großen Geröllhalde verschwindet er im Wald und führt steil und hübsch, aber etwas rutschig durch das trockene Buchenlaub hinunter, mündet dann leider auf einem weniger schönen, anstrengend zu gehenden Forstweg und relativ bald auf der Wiese beim Parkplatz. Auf der ganzen Tour keinen Menschen gesehen! Ein schöner Start in die Wandersaison.

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