Großer Grießkogel

Herrliche Sommertage liegen hinter uns, an denen Brigitte entweder in der Arbeit war, oder es kam Besuch, oder wir konnten eine kleinere Tour mit unserem Pflegehund Juri machen. Jetzt haben wir »frei« – und das Wetter soll am Wochenende schlechter werden. Also müssen wir am Freitag etwas machen. Wir wollen wegen der angesagten Hitze möglichst hoch starten, und so fällt die Wahl auf die Hohen Tauern. Hocheiser vom Mooserboden über den Großen Grießkogel – das ist unser Plan.

Mooserboden
Bus-Endhaltestelle Mooserboden-Heidnische Kirche

Um 8:10 Uhr geht der erste Bus, also Aufstehen um 5 Uhr – die Fahrt ist weit, und frühstücken wollen wir ja auch noch! Pünktlich stehen wir am Bus, zahlen (zähneknirschend 2 x 19,90 €) und lassen uns dann durch Tunnel und mit dem Schrägaufzug zum Mooserboden auf 2000 m hinauf bringen.

Stausee Mooserboden
Morgenstimmung am Stausee

Es herrscht traumhaftes Wetter, frische, klare Luft – einfach so, wie wir uns das immer wünschen. Gemächlich steigen wir los, über steile Wiesen, auf denen es herrlich bliüht. Der Blick hinunter auf den türkisfarbenen See und hinauf auf die Gletscher und steilen Tauernflanken ist bezaubernd. Die ganzen Bergfreunde aus dem Bus sind über die Staumauer verschwunden, hinauf zum Heinrich-Schwaiger-Haus und zum Wiesbachhorn, auf unserem Weg steigt nur ein Mann mit seinem alten Führerpickel ebenso gemächlich empor, der  – wie wir uns später denken – wahrscheinlich Mineralien sucht.

Traumlandschaft Tauern
Kurzes Innehalten und Genießen der Hochgebirgslandschaft

Weiter oben gönnen wir uns eine Pause, trinken etwas und genießen den bezabernden Rundblick. Kurz darauf kommen wir zu einem kleinen See, bald dann zum Kleinen Grießkogel, den wir eigentlich gar nicht als Gipfel identifizieren. Nun hört der bequeme und gut markierte Weg auf, es geht über große, teilweise wackelige Blöcke kurzweilig die immer steiler werdende Flanke empor. Auch wenn man dort eigentlich überall steigen kann, freuen wir uns über vereinzelte Markierungen und »Stoamandl«. Der Rücken wird schmaler und endlich ausgesetzt, der Blick hinüber zum Hocheiser und in die Tauern ist toll – aber: es ziehen leicht bedrohliche Wolkenberge im Süden auf, und es macht sich ein kalter Wind bemerkbar.

Die letzten Meter
Schöne Kraxelei kurz vorm Gipfel des Großen Grieskogels (3066 m)

Schließlich klettern wir leicht über ein ausgesetztes Gratstück – so lieben wir die Kletterei! – und stehen schon vor dem Gipfel. Zwei junge Leute, die uns weit unten überholt hatten, steigen gerade wieder ab, so haben wir den kleinen Gipfel für uns. Gerade mal ein länglicher Stein ersetzt das Gipfelkreuz. Der Blick hinüber zum gar nicht mehr so weiten Hocheiser (auf dem wir schon 3 Mal mit Ski waren) mit seinem breiten, sanft ansteigenden Gletscher ist schön, aber der Wind wird jetzt eisig, schnell müssen wir etwas anziehen. Die Wolkenfront von Süden nähert sich bedrohlich. Hatte der Wetterbericht nicht auch etwas von einzelnen lokalen Gewittern gesagt?

Rast am Gipfel
Ein toller Ausblick vom Gipfel des Grießkogels

Nach einer Pause mit Trinken und Nüssen entscheiden wir uns aus diesem Grund dazu, es mit diesem 3066 m hohen, netten Gipfel genug sein zu lassen. Der Blick in unsere Berchtesgadener zeigt zudem, das dort bestes Wetter herrscht. Der Hocheiser läuft ja nicht weg. Also steigen wir vorsichtig über die Blöcke wieder ab, die Wetterentwicklung der folgenden Stunde scheint uns zu bestätigen. Erst als wir fast beim Bus sind, wird es wieder richtig sonnig! Klassisch 😉
Vorher begegnen uns aber noch zahlreiche Spaziergänger mit den unglaublichsten Schuhen, die sich den doch recht steilen Weg zum Sedlgratköpfl hinauf quälen.

Trotzdem war es eine schöne Tour, die uns einmal mehr die herbe Schönheit der Hohen Tauern, dieser beeindruckenden Urgesteinsberge deutlich gemacht hat. Wir kommen wieder!
Im Café Dankl in Lofer holen wir uns traditionsgemäß zwei Stück traumhaften Zwetschgendatschi (weils die noch traumhaftere Himbeertorte oder Himbeerschnitte nicht mehr gibt) und verzehren sie bei herrlichem Wetter und großer Hitze genüsslich in unserem gemütlich Heim.

Hier ein paar Bilder, mehr gibt es auf Google+