Kleine Reibn als Trailrun

Dieser Sommer startet nicht sehr freundlich. Seit Wochen regnet es, und wenn die Sonne heraus kommt, ist es gleich schwül und schnell gewittrig. Also muss man jede kleine Gelegenheit nutzen.

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So geschehen am vergangenen Samstag. Nach den letzten Regenschauern in der Nacht am Morgen strahlendes Wetter.  Fast erschreckend schön! Wir hatten aber schon vom Wetterbericht erfahren, dass an diesem Tag eineige Stunden Sonne »drin sind« und die Kleine Reibn (die gar nicht so klein ist!) als Trailrunning-Event geplant. Dass man in diesem Gelände nur teilweise laufen kann, wissen wir ja, aber in leichter Laufausrüstung mit Mini-Rucksackerl flott dahin zu wandern und über Steine zu springen, ist ja auch spaßig.

Bei herrlichem Wetter starten wir am Parkplatz Hinterbrand, laufen voller Energie los, überholen zwei Wanderer auf den steilen Serpentinen zu den Krautkaseralmen. Das animiert die beiden wohl, mit ihren Stöcken Gas zu geben, und so kommen wir uns schnell etwas blöd vor, wie wir da den nicht allzu lauffreudigen Weg hinauf hoppeln. Also erst mal schnell gehen, uns so lassen wir die beiden bald hinter uns.

Später dann wird natürlich gelaufen, soweit es das Gelände erlaubt. Bis zum Sattel unterm Jenner ist der Weg nicht sehr spannend, zu sehr hat die Landschaft unter den massiven Verbauungen der Skiindustrie gelitten: asphaltierte Wege, Technik wohin man schaut, Skipisten, die sich gerade vom Winter erholen. Aber das Wetter passt, und das Hohe Brett gleich links von uns lässt an schöne Wander- und Klettertouren denken. Bei all der Naturzerstörung hier erscheint es schon eigenartig, dass die Gemeinde und der DAV mit einigen Schildern das Begehen eines netten Wiesenpfades, den sich die Wanderer, die nicht so gerne auf Asphalt unterwegs sind, »gebaut« haben kriminalisieren …

Nun geht es auf dem breiten Weg zum Stahlhaus mit traumhafter Aussicht dahin, es läuft nur so und macht Riesenspaß. Um den Watzmann brodeln zwar schon eindrucksvolle Wolkengebilde, das Wetter scheint aber doch für ein paar Stunden zu halten. Am Stahlhaus gönnen wir uns ein Apfelschorle auf der sonnigen Bank vor dem Haus, bevor wir den steilen Anstieg zum Schneibstein in Angriff nehmen. Er ist nur teilweise laufbar, und so gehen wir größere Abschnitte in flottem Tempo und überholen so alle anderen, die oft ganz verdutzt schauen.

Auffi zum SchneibsteinAm Schneibstein weht ein kalter Wind, und es ziehen nun auch öfter Wolken über uns, dazwischen scheint aber immer wieder die Sonne und wärmt uns wieder auf. Nach einer Pause geht’s weiter in Richtung Seeleinsee, auch hier ist das Gelände nur teilweise laufbar, schöne Downhill-Abschnitte wechseln mit felsigem Gelände, wo wir sicherheitshalber lieber ins zügige, aber vorsichtige Gehtempo wechseln. Nur keine Bänderdehnung! Die Wolkenstimmungen sind grandios,  die vielen Bilder, die wir auf  dieser Tour gemacht haben, zeigen das ganz deutlich.

Auch am wundervollen Seelein gibt es eine kleine Pause, es ist aber doch so kühl, und wir sind durch die leichte Kleidung, die auch noch etwas verschwitzt ist schnell am Frösteln. Deswegen brechen wir bald auf, auch das Wetter wird nun zunehmend schlechter. Vorsichtig laufen wir den Stiergraben hinunter, treffen dort auf zwei nette junge Leute mit Riesenrucksäcken, denen wir am Schneibsteinaufstieg schon begegnet waren. Großes Fragezeichen in acht Augen: Lösungdes Rätsels: Sie waren am Schneibstein weider umgedreht, weil es ihnen zu heftig war, und sie wollen heute noch zur Wasseralm, wo sie angemeldet sind. Wir sind doch sehr skeptisch und empfehlen ihen zu überlegen, ob sie nicht umdisponieren und zur Gotzenalm wandern, vor allem auch wegen der schlechten Wetteraussichten für die nächsten Tage.

Wir aber sind bald auf den herrlichen Priesbergalmen, wo noch keine Kuhglocken läuten. Durchs Priesberger Moos, vorbei an der Brennhütte geht’s zu Königsbachalm, wo plötzlich starker Wanderverkehr herrscht. Zwischen Fmilien, Hunden und Kühen banen wir uns den Weg zurück nach Hinterbrand, wo wir, am Schluss nach dem durchgehend flotten Lauf seit der Priesbergalm, doch einigermaßen erschöpft am Parkplatz ankommen. Kurz darauf wird der Himmel ganz schwarz, es zucken Blitze und es beginnt zu regnen. Arme Wanderer!

Hier ein paar Imressionen, viel mehr Bilder gibt es hier: Bildergalerie Kleine Reibn bei Google Fotos